Presseübersicht

UNTER HOHEM HIMMEL: PARZIVAL
Junges Schauspielhaus
Presse

WZ_07.09.2007
Von Marion Troja
KULTUR in DÜSSELDORF
Frauen knutschen, Ritter sein
Stürmischer Jubel für »Unter hohem Himmel: Parzival« im Jungen Schauspielhaus.

Mit vollem Körpereinsatz: Bastian Sierich als Parzival. (Foto: Sebastian Hoppe)
Düsseldorf. »Vor achthundert Jahren, heute, in achthundert Jahren«, kündigt die Ritterschar an. Die Geschichte von Parzival braucht keine zeitliche Verortung. Sie ist aktuell. Das beweist Autorin Katrin Lange, die das Stück »Unter hohem Himmel: Parzival« für das Junge Schauspielhaus geschrieben hat.

Ihr junger Held möchte raus aus seinem Tal: Frauen knutschen, Ritter sein. Er duelliert sich im Stockkampf und sagt laut »Schnauze«, wenn er sich Gehör verschaffen will. Dass diese Fassung des Eschenbach-Epos zeitlose Fragen an das Leben stellt, anrührend für Menschlichkeit und Vernunft plädiert, zeigt die Uraufführung im Theater an der Münsterstraße unter der Regie von Frank Panhans.
Parzival (Bastian Sierich) hat die Nase voll vom Rübenziehen. Er will Abenteuer bestehen. Und so folgt er den drei Gralsboten (Christof Seeger-Zurmühlen, Laina Schwarz, René Schubert), die in dem jammernden »Erdbuddler« nicht den erkennen, den sie suchen: Den Retter ihres Königs Anfortas (Alexander Steindorf). Der Gralskönig leidet Höllenqualen, seitdem er Gahmuret, Parzivals Vater, tötete. Der Himmel hängt tief, die Kraft des Grals ist erloschen.

Metal-Musik dröhnt aus den Lautsprechern, wenn die Ritter über die Bühne toben. Ihr paramilitärisches Outfit mit Camouflage-Hosen und Eishockey-Schutz (Bühne und Kostüme: Birgit Schöne) passt zum martialischen Auftritt: Sie knallen im Kampf die Stöcke gegeneinander und auf den Boden, dass einem die Ohren schmerzen.

Ein spannendes Spektakel. Gekonnt zeigen die Schauspieler komödiantische Seiten ihrer Figuren ohne albern zu wirken: Seeger-Zurmühlen performt eine Breakdance-Nummer, die das Publikum spontan bejubelt. Bastian Sierich ist ein großartiger Parzival. Ohne Pause wirbelt er durch die Szenen, wirft sich leidenschaftlich in kämpferische Posen und trifft zartfühlend den Ton des hilflos Suchenden. Regisseur Panhans kann sich auf seine Darsteller verlassen. Sie halten das schnelle Tempo der Inszenierung, ohne einmal atemlos zu erscheinen.

Parzival versagt, als er vor Anfortas steht. Er hält sich an den Schwur, keine Fragen zu stellen. Anfortas hofft vergeblich auf das Mitleid des Ritters. „Bist Du kein Mensch? Hast Du kein Herz?“, schleudert Ritterin Kundrie ihm entgegen. Es ist ernst, im Stück und auch in der Inszenierung. Mit Zeit für die Schwere des Moments fragt Parzival: »Wo ist der Weg?«

Der Ritter findet ihn. Er bekommt eine zweite Chance, begegnet seiner Liebe Condwiramurs (Leonie Schubert) und übernimmt die Verantwortung – den Gral. Augenblicke, die nach so viel energiegeladener Action auf der Bühne erlösend leicht wirken. Dafür gibt es stürmischen Jubel von den jugendlichen Zuschauern.

Parzival
Stück »Unter hohem Himmel: Parzival« ist ein Auftragswerk des Jungen Schauspielhauses. Katrin Lange hat nach Wolfram von Eschenbach eine neue Theaterfassung geschrieben.

rp-online
NRW Düsseldorf | 07.09.07


Furioses Ritter(schau)spiel
von soscha | Düsseldorf
Die Uraufführung von „Unter hohem Himmel: Parzival“ im Jungen Schauspielhaus am 5.9. war ein voller Erfolg.
Mit der Inszenierung hat Frank Panhans voll ins Schwarze getroffen! Der Hauptdarsteller Bastian Sierich erntete vor allem beim weiblichen Publikum Bewunderung, aber die anderen Darsteller standen ihm in nichts nach und sind, genau wie er, für eine tolle schauspielerische Leistung zu loben.

Auch das Bühnenbild ist, wie eigentlich immer hier, perfekt. Die Requisiten sind aufs Nötigste reduziert, die Kostüme herrlich unpassend und die Dialoge unheimlich lustig. Die Lachmuskeln des Publikums werden ebenso strapaziert, wie die Handflächen beim minutenlangen Applaus.

Das Stück von Katrin Lange nach Wolfram von Eschenbach ist zeitlos. Es gibt nicht nur Ritterinnen, sondern auch intrigante Könige.

Die Schauspieler agieren wahnsinnig kraftvoll und mit vielen artistischen Elementen, so dass der Zuschauer sich manchmal Sorgen macht, ob Parzival das wirklich alles heil übersteht, dann folgt Gott sei Dank immer kollektives Aufatmen. A propos Gott, der spielt in dem Stück auch eine zentrale Rolle: „Was ist Gott?“ will Parzival wissen. Die Antworten variieren von „groß“ bis hin zu „weit weg“.

Kurz gesagt: Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

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»Das Mond-Ei«

Junges Schauspielhaus
Szenenbilder

6. Mai 2007
Von Marion Troja / WZ-online
Düsseldorf. Das Experiment ist geglückt. Theater für Zweijährige, das ist in Deutschland eine wenig erprobte Form. Das Junge Schauspielhaus brachte mit der Uraufführung von »Das Mond-Ei« (Inszenierung: Evelyn Arndt, Kirstin Hess, Birgit Schöne) den Beweis: Auch die Kleinsten berührt das poetisch-sinnliche Spiel auf der Bühne.
 Mit glühenden Wangen und in beschützende Arme gekuschelt folgen sie den Schauspielern (Laina Schwarz, Bastian Sierich), die mit Staunen ein Tuch lüften: »Da«, »Ei« – diese Laute kennt jeder, vergnügtes Gekreische.
Auf einer Papierwand erscheinen ein gelber und ein weißer Lichtkegel und vereinen sich zum Spiegelei. »Sonnenfinsternis«, ruft einer. Das Ratespiel beginnt: Federn, Schmetterlinge, Blumen, Fische – jedes Objekt, das die Welterkunder ans Licht befördern, kommentieren die Kinder. Sie erkennen »Nemo« und die Klänge von »Der Mond ist aufgegangen«.
Nur der Wind, der ihnen mit dem türkisen Tuch ins Gesicht weht, erschreckt die Kleinsten. Raus wollen sie, sofort. Nach dem Stück schauen auch sie sich die Bühne genau an. Eine halbe Stunde lang gehörte dieser Raum allein den Schauspielern – eine Theaterregel, die ihnen offenbar niemand sagen musste.


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»Helden für einen Tag«
Junges Schauspielhaus
Szenenbilder

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»Ich knall Euch ab!«
Junges Schauspielhaus

Krimi über Mobbing und Gewalt
Ringuraufführung mit dem Volkstheater Rostock und dem Theater Junge Generation Dresden
von Felix Huby und
Boris Pfeiffer nach dem gleichnamigen Roman von Morton Rhue
für Menschen ab 13 Jahren
Bühnenbilder

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»Der Schwächere«
Junges Schauspielhaus
Szenenbilder